Rein und unverfälscht soll ein Wein sein. Die Kraft der Traube soll sogar für ein langes Leben sorgen. Und die gefürchtete Arterienverkalkung im fortgeschrittenen Alter kann getrost auf sich warten lassen. Der Mythos um die Wunderwirkung eines guten Tropfens kommt nicht von ungefähr. Zu verdanken ist das Image den Inhaltsstoffen, die im Wein enthalten sind. Welche das sind, erfahren Sie hier.
Mehr als nur vergorener Traubensaft
In der Kunst der Vinifikation liegt das Geheimnis eines guten Weines. Die damit verbundenen Reaktionen sind aber weniger geheimnisvoll: Während der Weinverarbeitung entstehen nämlich biochemische Reaktionen.
Im Zusammenspiel mit Mineral- und Gerbstoffen, Alkohol, Säure und Süße macht der erfahrene Winzer die wässrige Lösung mit Alkohol zu einem Spitzenwein mit individuellem Geschmack und eigenem Charakter. Dabei fängt die Weinverarbeitung nicht erst im Weinkeller an, wenn die Mühle die Trauben zu einem Gemisch aus Saft und Fruchtteilen zerdrückt. Der Prozess der Vinifikation beginnt bereits bei der Pflege der Weinberge und vollzieht sich mit der Weinlese bis hin zur Flaschenabfüllung des Weins.
Ob Weißwein oder Rotwein: Neben der starken Variation ihrer Inhaltsstoffe, die für die geschmackliche Vielfalt sorgen besteht die grobe Zusammensetzung der beider Weine aus Wasser (70 bis 85 %), Extrakt (10 bis 15 %) und Alkohol (10 bis 15 %). An den Zahlen ist zu sehen, dass Wasser den Hauptbestandteil des Weines ausmacht.
Wasser als Hauptbestandteil
Bei Wasser handelt es sich um reinen Pflanzensaft. Der Unterschied zu Leitungswasser besteht in der Zusammensetzung. Pflanzensaft enthält nämlich sämtliche Nährstoffe des Rebstockes. Die Besonderheit des charakteristischen Geschmacks ergibt sich dabei aus dem Terroir, das den Boden, das Gelände und das Klima umfasst.
Die Alkohole Ethanol und Glycerin
Ethanol und Glycerin sind weitere wichtige Geschmacksträger. Beide Elemente sorgen für eine Abmilderung der Säure und einen intensiven Geschmack. Dabei muss der einwertige und klare Alkohol Ethanol erst durch die Gärung des Zuckers entstehen. Sie wird von der Hefe im Wein ausgelöst.
Während Ethanol also durch den Gärungsprozess entsteht, wird Glycerin den Inhaltsstoffen des Extraktes zugeordnet. Dieser Zuckeralkohol hat keine Farbe und wird als sirupartig beschrieben. Neben der Verantwortlichkeit für den Alkoholgehalt trägt Glycerin besonders zum fruchtigen und süßlichen Geschmack des wertvollen Tropfens bei.
Handelt es sich um einen süßen Wein, kann der Glycerin-Anteil pro Liter bei bis zu 20 Gramm und mehr liegen. Ein besonders hoher Anteil macht den Wein etwas dicklflüssig. Aus diesem Grund wird in der Umgangssprache auch das Wort ölsüß verwendet. Grundsätzlich gilt: Je höher der Alkoholgehalt des Weines ist, desto höher liegt auch der Gehalt an Glycerin im Wein.
Die Ursache für den Kater: höhere Alkohole
Wer den Weinkonsum in exzessiver Weise betreibt, mag mit einem Kater am nächsten Morgen bereits Bekanntschaft gemacht haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt das an der Parametergruppe der höheren Alkohole – auch Fuselöl genannt –, die meist in nur winzigen Mengen im Wein vorhanden sind. Pro Liter kommen ungefähr 150 bis 700 Milligramm höhere Alkohole darin vor. Obwohl sie in nur wirklich kleinen Mengen vorkommen, entfalten sie ausgeprägte Geschmacks- und Geruchseigenschaften. Oder kurz: Sie tragen zum Aroma bei. Sie dienen auch der Qualitätsbewertung. Vor allem bei Spirituosen dient die geschmacksbildende Komponente höherer Alkohole auch der Grenzwertkontrolle.
Im Gegensatz zu den anderen Alkoholen wie Ethanol kann der Körper sie nur langsam abbauen. Als Giftstoffe verbleiben sie dann im Organismus und führen bei zu viel Konsum bekanntlich zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Übelkeit.
Säuren und ihre Wirkung
Säure enthalten bereits die Trauben. Sie bleibt auch bei der Mischung aus Fruchtfleisch, Saft, Schalen und Kernen enthalten. Beim Keltern wird der Most schonend aus der Maische gepresst. Bei den Säuren handelt es sich um
- Weinsäure
- Milchsäure
- und Zitronensäure

